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Schnarchen – Ein vielfältiges Phänomen mit erheblichen Folgen

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde auf dem Gebiet der Schlafforschung vieles erreicht: Forscher entdeckten zum Beispiel die unterschiedlichen Schlafphasen, die damit einhergehende Schlaftiefe und sie fanden heraus, dass das weithin zwar als belastend, aber keinesfalls als schädlich empfundene Schnarchen durchaus ernstzunehmende Konsequenzen für die Betroffenen haben kann. Im Schlaf regeneriert sich unser Organismus, die Körperfunktionen können gemäß ihrer Bestimmung ablaufen und zur Erholung beitragen. Das geschieht in scheinbarer Bewußtslosigkeit, das Gehirn bewegt sich auf anderen Wegen und träumt. Was stark vereinfachend klingt, ist mittlerweile Konsens: Schlaf hilft der Gesundheit. Gerade deshalb ist es auch so wichtig, ausreichend, tief und vor allem erholt zu schlafen. Störende Einflüsse aus der Umwelt gilt es zu vermeiden, kennt doch wohl jeder das plötzliche Erwachen vor der Zeit, etwa wenn wieder einmal der Wecker ganz plötzlich und unerwartet zu klingeln scheint oder sich stumpfsinnige Bauarbeiter die lauteste Arbeit, die dann oft nur ein paar Minuten dauert, für den Beginn ihres Tages aussuchen müssen. Der Schlaf ist dann gestört und der Tag oftmals nicht sonderlich ergiebig. Noch schlimmer ist es, wenn der Mensch überhaupt nicht zum Schlafen kommt, immer wieder aufwacht und dabei vergeblich nach der erforderlichen Erholung lechzt. Sicher, eine schlaflose Nacht hat gewiss jeder schon einmal erlebt, etwa, wenn eine Prüfung bevorsteht, die Aufregungen eines Tages noch nachwirken oder aber das Haustier partout nicht Ruhe geben will – Kleinigkeiten, sagen die Forscher! Viel schlimmer ist es, wenn das Einschlafen über längere Zeit schwerfällt und das Durchschlafen kaum gelingt – sehr oft gilt Schnarchen als Ursache für solche Probleme.

Über das Schnarchen

Niemand schnarcht, weil er etwa jemanden ärgern will. Wahrscheinlich würde jeder Mensch das Schnarchen sofort abstellen, wenn er die Verfügung darüber hätte – was jedoch nicht der Fall ist. In gewisser Weise stellt Schnarchen eine ganz normale Reaktion des Körpers dar, freilich auf unnormale Herausforderungen. Sind zum Beispiel die Luftwege der Betroffenen sehr eng gestaltet, etwa durch Rauchen, genetische Fehlstellungen oder Infektionen, erschlaffen auch die zugehörigen Muskeln und führen zur Vibration des Gaumensegels. Auch das Zäpfchen und sogar der Rachen im Ganzen kann wie eine Fahne im Wind flattern, Folge sind dann die unangenehmen Geräusche. Da die Atemwege teilweise blockiert sind, ist natürlich auch die Sauerstoffaufnahme gestört oder zumindest behindert, ein Umstand, der zu einer schlechteren Durchblutung und damit zur Ausschüttung von Stresshormonen führt. Und das alles im Schlaf, jenem Zustand also, der eigentlich für die Erholung und Regeneration des Menschen zuständig ist. Beim Schnarchen ist dies nicht vollständig möglich, manche Betroffenen wachen auf und klagen über Alpträume und ständiges Erwachen. Da es sich dabei jedoch um sehr kurze Episoden handelt, wird es zumeist vergessen oder noch häufiger verdrängt, so dass sich im Laufe der Zeit durchaus ernstzunehmende Krankheiten wie zum Beispiel Bluthochdruck entwickeln können.

Es kommt auch darauf an, wie oder besser in welcher Lage jemand schlaf. Auf dem Rücken liegen begünstigt das Schnarchen ungemein, da der Unterkiefer nicht die nötige Spannung aufweist, die dem Schnarchen wirksam entgegenarbeitet. Der Körper selbst merkt das natürlich und wechselt die Lage selbstständig, aber auch das verursacht in der Häufigkeit Stress und damit eine Abnahme der Immunabwehr und eine Störung der Körperfunktionen.

Immer wieder wird Übergewicht als Ursache für das Schnarchen genannt und so mancher Mediziner empfiehlt Abnehmen als wirksame Methode gegen die nächtlichen Aussetzer. Das wirkt durchaus und es ist auch nicht verwunderlich, muss der übergewichtige Körper doch Unmassen an Fett und damit an Gewicht mit der Atmung auf und ab bewegen, was nicht selten zu einer Störung der Sauerstoffzufuhr führen kann. Die Spannung fehlt dann und der Betroffene atmet schwer.

Wer sich zudem gern in den Schlaf trinkt oder mit Medikamente betäubt, schnarcht auch überproportional. Kein Wunder, führen doch recht viele Arzneien zur Erschlaffung der Segel des Gaumens.

Wer nun wie oft oder wie stark schnarcht, hängt vom gegenwärtigen Zustand und auch von genetischen Faktoren ab. Ein Schnupfen behindert natürlich die Nasenatmung immens, eine verkrümmte beziehungsweise schiefe Nasenscheidewand hat einen ähnlichen Effekt. So schnarcht der eine eher leise, dem Schniefen und leichtem Schnaufen angelehnt, der andere trägt einer Trompete gleich die lautesten Dezibel vor.

Besonders gefährlich ist natürlich die Schlafapnoe: Dabei kommt es zu Aussetzern der Atmung und zur massiven Ausschüttung von Stresshormonen! Immer wieder stört diese Erkrankung die nächtliche Ruhe und sollte deshalb unbedingt Ernst genommen werden.

Schnarchattacken – Hilfe und Gegenmaßnahmen

Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren, die den Betroffenen helfen können. Dabei ist als erstes der Verursacher für die Schnarchattacken herauszufinden, dann können im Anschluss die richtige Therapie und die Anwendung zum Teil ganz einfacher Verfahren schon erhebliche Verbesserungen bewirken. Wer zum Beispiel aufgrund seiner Lage schnarcht, sollte sich bemühen, den Kopf ein wenig höher zu betten. Allerdings auch nicht zu hoch, da dies ebenfalls Schnarchen auslösen kann. Auf Alkohol oder Psychopharmaka sollte ganz verzichtet werden, sie schaden nicht nur den Organen, sondern vor allem auch dem Atmungssystem. Ebenso ist ein bestehendes Übergewicht effektiv abzubauen. Das kann durch Sport, vor allem aber durch eine konsequente Umstellung der Ernährung geschehen. Einfach mal ein paar Monate zum Abend keine Kohlenhydrate verzehren, das wirkt Wunder und kostet so gut wie keinen Aufwand! Ein hoher Körperfettanteil kann sich zudem auch im Rachen bemerkbar machen und die Atemwege noch zusätzlich verengen. Abnehmen ist immer gesund und deshalb besonders empfehlenswert.

Lösen bestehende Allergien, zum Beispiel eine Hausstauballergie, die entsprechenden Schnarachreaktionen durch die verengten Atemwege aus, sind die Verursacher zu beseitigen. Haare öfters waschen, Bettzeug jede Woche wechseln und vor allem antiallergische Bettwäsche verwenden – das reicht oft aus, um einen verbesserten Schlaf zu erreichen. Behandelnde Mediziner können in solchen Fällen auch eine Hyposensibilisierung einleiten, bei der der Allergiker langsam an die unangenehmen Stoffe gewöhnt wird.

Auch die Apotheke bietet ein paar wirksame Methoden an, um dem Schnarchen zu begegnen. So verhindert beispielsweise der aufblasbare Schnarchrucksack, dass die Betroffenen auf dem Rücken schlafen. Dadurch werden ihre Schleimhäute und damit die Atemwege entlastet. Freilich muss es nicht gleich solch ein Rucksack sein, manchen Schnarchern helfen auch schon ein Kissen auf dem Rücken oder ein paar Tennisbälle, die in den Schlafanzug eingenäht werden. Zudem werden Nasenpflaster angeboten, die zumindest leichtes Schnarchen durch eine Erweiterung der Luftwege beseitigen können.