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Therapie, Medikamente und Hausmittel: Schnarchen / Schlafapnoe

Unter Schnarchen versteht man ein Atemgeräusch während des Schlafs, das vor allem bei Mundatmung in Rückenlage auftritt und durch Schwingungen des erschlaffenden Gaumensegels hervorgerufen wird. Hierbei wirkt die Verkleinerung der Rachenhöhle durch Zurückfallen der Zunge mit. Zu den Ursachen gehört oft eine Behinderung der Nasenatmung, bei Kindern wirken vergrößerte Rachenmandeln begünstigend.
Als Gegenmaßnahmen werden vor allem eine Verhinderung der Rückenlage, in schwerwiegenden Fällen eine straffende Gaumensegelplastik empfohlen.
Eine besondere Form mit Krankheitswert stellt das Schlafapnoe-Syndrom dar, bei dem es aufgrund ungeklärter Ursachen zu einem kurzfristigen Atemstillstand mit der Folge von Sauerstoffmangelzuständen kommt.

Häufigkeit des Schnarchens

Schnarchen als Geräuschphänomen ist relativ häufig. 60-80 Prozent aller Männer über 50 Jahren schnarchen. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind etwa 10-30 Prozent betroffen. Mit 17-26 Dezibel (dB) hält sich die Lautstärke noch in Grenzen (entspricht dem Brummen eines Kühlschrankes), wird ab 40 dB deutlich störend und kann Spitzen bis zu 90 dB (die Geräuschkulisse eines Lastkraftwagens) erreichen.
Die Häufigkeit des Schlafapnoe-Syndroms wird bei den über 40-jährigen auf vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen geschätzt. Von den Betroffenen sind 80% deutlich übergewichtig. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter noch zu.

Ursachen & Symptome des Schnarchens

Schnarchen ist mit einem verminderten Luftstrom in die Lungen verbunden. Das Defizit wird vom Gehirn erkannt, worauf die Atemmuskeln den Befehl erhalten, sich stärker zusammenzuziehen, um der Luftstromverminderung entgegenzuwirken. Meist reicht diese Gegenmaßnahmen des Gehirns aber nicht aus. Somit kommt es zu einem kurzfristigen Erwachen des Schnarchers. Diese Wachphasen dauern ca. 3 – 15 Sekunden.
Der Schnarcher kann sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern. Während beim “normalen” Schnarchen noch Luft in die Lunge strömt, trifft dies bei der Schlaf-Apnoe nicht zu: Durch Erschlaffung der Rachenmuskulatur kommt es zu einem kompletten Verschluß der Luftwege. Der Atemstillstand kann 10 Sekunden bis über eine Minute dauern. In diesem Fall sind Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem möglich: Es kann zum Blutdruckanstieg, Sauerstoffmangel im Herzmuskel und im Gehirn kommen.
Die anhaltende Atemnot der Betroffene führt zu erheblichen Störungen. Patienten schrecken häufig auf, träumen sehr unruhig und sind am Morgen unausgeschlafen und körperlich erschöpft. Tagsüber zeigt der Betroffene eine verminderte Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie gesteigerte Reizbarkeit. Bei Männern können sich zudem Potenzstörungen einstellen.

Zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms gibt es konventionelle Methoden mit Medikamenten und Atemmasken für die Nacht sowie chirurgischen Maßnahmen. Chirurgische Maßnahmen betreffen eine operative Entfernung von Atemhindernissen wie z.B. vergrößerten Rachenmandeln und Entfernung von Nasenpolypen. Nur noch selten werden Operationen mit Korrektur der Nasenscheidewand oder des weichen Gaumens angewandt.

Da die meisten der Patienten deutlich übergewichtig sind, kann bereits eine Gewichtsreduktion Besserung bringen. Reicht dies zur Behebung nicht aus und besteht weiterhin eine Schlafapnoe hat sich der Einsatz von so genannten CPAP oder BIPAP-Masken in der Nacht bewährt. Nach den Ergebnissen im Schlaflabor wird hierbei ein Beatmungsgerät verordnet und eingestellt, welches den Kollaps der Atemwege durch eine Überdruckbeatmung behebt und damit einen normalen Schlafrhythmus wiederherstellt. Chronischer Schlafentzug entfällt, der Betroffene leidet nicht mehr unter Tagesmüdigkeit und besitzt wieder mehr Leistungskraft und Konzentrationsvermögen. Mehr als 90 % der Patienten sprechen auf diese Behandlung an.

Besteht bereits ein Cor pulmonale besteht die Indikation zur medikamentösen Therapie mit dem Ziel, den erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf mit nachfolgender Rechtsherzbelastung zu senken. Hierfür sind Nitrate geeignet wie der Kalziumantagonist Nifedipin und Theophyllin; Präparate, welche den Atemantrieb steigern und den Druck in den Lungengefäßen senkt. Theophyllin muss individuell an den jeweiligen Blutspiegel angepasst werden, da eine Überdosierung zu Herzfrequenzsteigerung, Zittern, Übelkeit und Unruhe führt. Wichtig zum Erfolg der Behandlung ist der Verzicht auf Alkohol mindestens vier Stunden vor dem Schlafen sowie auf Nikotin und Schlaf- oder Beruhigungsmittel.

Handelsübliche Medikamente gegen Schnarchen

In Apotheken, im Sanitäts- oder Versandhandel gibt es Medikamente gegen das Schnarchen. Sie beeinflussen die Schlafposition oder wecken den Schnarcher, wenn es laut wird. Sie fixieren Zunge oder Kiefer und verbessern die Nasenatmung.
Eine Kinnbinde soll z. B. den Unterkiefer des Schnarchers fixieren, damit sich der Mund nicht öffnet. Den Lärm mindert dies nicht, bringt aber manchen Patienten etwas in Atemnot.
Ein aufblasbares Polster ist in das Anti-Schnarch-Kissen eingelassen, damit der Kopf im Schlaf zur Seite rollt. Die Schnarch-Bandage enthält einen Schaumstoffblock, der zur seitlichen Schlafhaltung erziehen soll. Bei notorischen Rückenschnarchern kann das durchaus helfen
Im Internet wird “Sweet Dreams”, ein Stoffherz mit hartem Kern vertrieben. Eine Mischung ätherischer Öle “Good Sleep”, verspricht Abhilfe bei abendlichem gurgeln. Medizinische Nachweise fehlen hier aber noch.
Relativ gut schnitt in Studien eine Klammer ab, mit der sich die Nasenflügel weiter aufsperren lassen. Der Luftstrom wird gleichmäßiger, die Schnarchlautstärke geht etwas zurück.
Vergleichbar wirkt das Nasen-Pflaster. Ein Vorteil ist die einfache Anwendung ohne Nebenwirkungen.
Fazit: die absolut sichere Schnarchbremse gibt es nicht.

Bewährtes Hausmittel gegen Schnarchen

Garantie gibt es keine, aber der Versuch mit einer selbstgefertigten, preiswerten Pyjamaeinlage kann vielleicht für Ruhe in Ihrem Schlafzimmer sorgen. Hierzu wird ein Tennisball oder ein Ball ähnlicher Größe benötigt, ein großes Taschentuch sowie Nähzeug. Den Ball legen Sie in die Mitte des Taschentuches und schlagen ihn dann so ein, daß er nicht nach unten herausfallen kann. Anschließend heften Sie den eingeschlagenen Ball in Schulterhöhe an die Innenseite des Pyjamas. Der so fixierte Ball zwingt den Rückenschnarcher in eine seitliche Schlafstellung und vielleicht auch zur Aufgabe der lästigen Schnarchlaute.